Herdprämie

Kneif mich mal einer, bitte!

Ich kann es einfach immer noch nicht fassen, Eltern sollen nun Geld dafür bekommen, dass sie ihre Kinder NICHT in die KITA/Krippe schicken, sondern zu Hause halten. Ja was für ein Schnellmerker kam eigentlich auf diese Idee? Was denken die denn welche Kinder da zu Hause bleiben „dürfen“ das Kind der Akademiker, der Eltern die jahrelang studiert haben oder eine Ausbildung gemacht haben um dann 3 Jahre aus dem Beruf auszusteigen? Oder vielleicht doch eher die Kinder derer, die auf der anderen Seite des Lebens groß geworden sind und sich so eine Schachtel Zigaretten mehr am Tag leisten können.

Verzeiht mir diese Ironie, aber es ist bitter und es macht mich sauer, denn die Kinder die auf unsere Gesellschaft am meisten angewiesen sind, wo es die Aufgabe unseres sozialen Netzes ist diese aufzufangen und ihnen zu zeigen dass es sich lohnt, die werden mir mit diesem Geld entzogen. Besser wäre es, dieses Geld in familienfreundliche Arbeitsplätze zu investieren, oder in junge Mütter ohne Ausbildungen, ihnen zu einer perspektive und einer Berufsausbildung zu verhelfen.

Die, die zu Hause bleiben wollen und können, denen sei es auf jeden Fall gegönnt, aber wer es nicht kann, dem helfen 150€ auch nicht wirklich, dann müsste es mehr sein…

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Über tantegerda

Erzieherin
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6 Antworten zu Herdprämie

  1. Blogolade schreibt:

    Wie ich gestern in den Nachrichten hörte, soll die Herdprämie auf H4 angerechnet werden. Das heißt die hätten nix davon. Aber es gibt noch genug sozial schwache, die vielleicht kein H4 bekommen und die dann genau in dein Szenario passen.

  2. Inch schreibt:

    Ich glaube ehrlich, bei der Herdprämie geht es nicht um das Wohl des Kindes. Es unterstelle den Politikern, dass sie damit Frauen vom Arbeitsmarkt nehmen wollen. Vermutlich tauchen diese dann nicht in den Statistiken auf (wie auch 400€-Jobber und Leute in Maßnahmen). Der Gedanke, die Herdprämie mit H4 zu verrechnen. verstärkt mich in meinem Verdacht.
    Übrigens bin ICH der Meinung, dass man diese 150€ lieber in Kitas stecken sollte. Entweder in neue Einrichtungen oder in mehr Kindergärtnerinnen oder aber in in den Elternbeitrag.

  3. tantegerda schreibt:

    Meine Vermutung geht eher in die Richtung, dass die Zuständigen es nie im Leben schaffen bis zum Sommer 2013 genug Plätze schaffen können um dem Rechtsanspruch der einjährigen gerecht zu werden. Da ist die Herdprämie eine recht billige Alternative, nur trifft es da dann leider mal wieder die falschen!

    • Inch schreibt:

      Und warum schaffen sie es nicht? Das ist doch eine Frage der Prioritäten. Und Kitaplätze stehen da offensichtlich irgendwo an Platz 47 oder so

  4. tantegerda schreibt:

    Das will ich der Politik noch nicht mal unterstellen. Meiner Meinung nach haben sie schlicht weg übernommen, dazu wurde fast die komplette finanzielle Last auf die Kommunen abgewälzt, was für deren Haushalte eine enorme Belastung darstellt, weil fast alle Einrichtungen um- und angebaut werden müssen. Manche sogar ganz neu. Dazu gibt es ein personelles Probleme, es gibt so gut wie keine Erzieher mehr auf dem Arbeitsmarkt, wo sich die Arbeitgeber vor Jahren noch die Creme de la creme mit Berufserfahrung und allem drum und dran aussuchen konnte sind sie heute froh, wenn sich noch jemand bewirbt, der überhaupt eine Ausbildung als Erzieher hat.

    • Inch schreibt:

      Aber das mit den Kitaplätzen wurde doch schon vor 7 Jahren beschlossen, oder? Da wäre genug Zeit gewesen, zumindest ErzieherInnen auszubilden. Und über das Geld hätte man auch nachdenken können, das für den Um-oder Neubau von Einrichtungen gebraucht wird. Und mit dem Willen, tatsächlich etwas tun zu wollen für die kleinsten, wären da auch Möglichkeiten gefunden worden. Die Kommunen sollen mir nicht mit klammen Kassen kommen, solange ich noch sehe, dass Geld sinnfrei verschwendet wird. Freilich hätte das auch der Bund finanzieren können, denn da gibt es noch mehr sinnlos ausgegebenes Geld, das man hätte umlenken können.
      Nein, die das vor 7 Jahren beschlossen haben, haben sich nicht übernommen sondern eine angemessene Frist gesetzt. Sich jetzt hinzustellen und zu sagen, die Zeit ist zu kurz, ist schlecht weg eine Lüge.

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